Yogatherapie - für wen ist sie hilfreich?

Das Wichtigste zuerst: Jeder kann therapeutischen Yoga üben! Egal, welche Altersstufe, mit oder ohne Yogaerfahrung. Egal, wie beweglich oder steif. Viele positive Wirkungen einer regelmäßigen Yoga-Praxis sind inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen. Dazu gehören in erster Linie die Entspannung und Stressreduktion. Deshalb erstatten die meisten Krankenkassen ihren Versicherten die Kosten von präventiven Yoga-Angeboten, sofern diese gewisse Qualitätskriterien erfüllen.

 

Yoga wirkt aber nicht nur entspannend, sondern nachweislich auch kräftigend auf den gesamten Bewegungsapparat. So kann mit Yoga beispielsweise Bewegungsmangel vorgebeugt und damit gesundheitliche Risiken reduziert werden. Zudem kann Yoga bei bestimmten Beschwerden und Erkrankungen hilfreich sein. Daher ist es auch zur Unterstützung in der Therapie sowie in der Rehabilitation und Soziotherapie ein immer beliebteres Mittel. 

 

Voraussetzung für den therapeutischen Einsatz ist die entsprechende Ausbildung des Yogalehrers. Er bzw. sie benötigt dazu in Deutschland eine "Heilerlaubnis", muss also Arzt oder Heilpraktiker sein (andernfalls macht er/sie sich strafbar). 

 

Die Deutsche Gesellschaft für Yogatherapie DeGYT und der Bund der Yogalehrenden in Deutschland BDY haben Listen mit Anwendungsmöglichkeiten der Yogatherapie veröffentlicht. Demnach kann Yoga insbesondere in den Bereichen der Orthopädie, Inneren Medizin, Neurologie und Psychiatrie als ergänzende und unterstützende Therapieform Anwendung finden.

 

Es soll also keineswegs der Eindruck erweckt werden, als sei Yoga ein Heilmittel gegen Krebs oder ein Ersatz für schulmedizinische Behandlungen. Vielmehr ist es oftmals eine sinnvolle Ergänzung auf geistiger Ebene, bringt positive Impulse für den Bewegungsapparat, kann Selbstheilungskräfte aktivieren und kann helfen, krankmachende Muster der eigenen Handlungen zu erkennen und letztlich zu verändern.

 

Hier die Aufstellung der Einsatzmöglichkeiten der Deutschen Gesellschaft für Yogatherapie *:

 

Orthopädie

  • Arthrose / Arthritis / Gelenkerkrankungen
  • Osteoporose
  • Rückenschmerzsyndrome / ISG-Syndrom
  • Skoliose,
  • Impingement-Syndrom / Kalkschulter
  • rheumatische Erkrankungen
  • Sehnenscheiderkrankungen

 

Innere Medizin

  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Erkrankungen der Atemwege und Atmungsorgane
  • Erkrankungen des Verdauungssystems
  • Erkrankungen des Urogenitaltrakts
  • bösartige Neubildungen (Tumore)
  • Kopfschmerzerkrankungen
  • Allergien

 

Gerontologie

  • Gesundes Älterwerden und Prophylaxe wie Therapie von Erkrankungen des Alterns

 

Gynäkologie und Geburtshilfe

  • Bei Störungen der Periode
  • Kinderwunsch
  • zur Schwangerenbegleitung und Aufbau nach der Geburt

 

Neurologie und Psychiatrie

  • Multiple Sklerose
  • Depression
  • Zwangsneurosen
  • familiäre / sexuelle Gewalterfahrungen
  • Hypochondrie
  • Suchtkrankheiten
  • posttraumatisches Stresssyndrom
  • Burn-Out-Syndrom
  • Chronic-Fatigue-Syndrom

 

Laut BDY kann Yoga auf ärztliche Anweisung als therapeutische Maßnahme unter anderem bei folgenden Krankheitsbildern eingesetzt werden:

 

Koronare Herzkrankheit

  • Senkung von erhöhtem Blutdruck
  • Normalisierung der Blutfettwerte
  • Förderung der Bildung neuer Blutgefäße

Diabetes Mellitus

  • Senkung der Blutzuckerwerte
  • Senkung der Blutfettwerte
  • Abbau von Übergewicht

Asthma Bronchiale

  • Stärkung der Atemmuskulatur
  • Verbesserung der Lungenfunktionsparameter
  • bewusste Kontrolle über die Atmung
  • signifikante Verminderung in Anzahl und Dauer von Asthma-Anfällen

Chronisch-degenerative Rückenschmerzen

  • Kräftigung der Muskulatur
  • Förderung der peripheren Durchblutung
  • Verbesserung der Haltung

Schmerzsyndrome

  • Unterstützung der körperlichen und seelischen Entspannung
  • Ausgleich des vegetativen Nervensystems
  • Beruhigung eines überaktiven Sympathikus
  • verbesserte Kontrolle bei schmerzhaften Bewegungen

Leichte und mittelschwere psychische Erkrankungen

  • Spannungsabbau, damit einhergehend Senkung des Angstniveaus
  • signifikante Hebung der Stimmungslage
  • Steigerung des Selbstvertrauens
  • Abnahme der Anzahl und Schwere von Panikattacken

Sucht

  • im Durchschnitt längere Abstinenzzeiten
  • höhere Erfolgsrate beim Entzug

Onkologische Erkrankungen

  • Minderung von durch Krankheit und Prognose verursachte Angst und Depressivität
  • Steigerung der Abwehrkräfte
     

* Quellen: www.bdy.de bzw. www.degyt.de

 

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© Christine Zednik

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