Wünsche

Neulich, Ende September, wurde ich in einem Möbelhaus mit der vollen Ladung Weihnachtsdekoration begrüßt. Vom künstlichen Tannenbaum über künstlichen Schnee bis hin zum Pappmache-Rentier war bei 22 Grad Außentemperatur alles vorhanden, was sich das kitschliebende Weihnachtsherz wünscht. Aber ist es wirklich das, was wir uns wünschen? Abgesehen davon, dass ich mir wünschen würde, Weihnachten wieder in den Dezember zu verlegen: Was wünsche ich mir eigentlich? Oder bin ich sogar „wunschlos glücklich“?

 

In der kommenden Weihnachtszeit sind wir immer wieder mit Wünschen konfrontiert. Und so lade ich auch meine Yogaschüler in dieser Zeit gerne dazu ein, im Rahmen einer kleinen Reflexion über die eigenen Wünsche nachzudenken. Hier eine kleine Übung:

 

Setz Dich in einer ruhigen Minute aufrecht hin. Das kann auf einem Stuhl, auf dem Boden oder auch auf der Bettkante sein. Schließe die Augen und entspanne die Muskulatur systematisch von unten nach oben. Beobachte den Atem, ohne ihn zu regulieren. Nimm die Bewegungen des Atemraums wahr: auf und ab, entstehen und vergehen. Bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit einige Zeit beim Atem. Wenn Du verhindern konntest, dass Deine Gedanken – wie so oft – wild umherwandern, verspürst Du sicher bald Ruhe. Dann beginne zu reflektieren:

 

Was wünschst Du Dir wirklich von Herzen? Es können ganz kleine Wünsche sein oder große Visionen, die das Leben verändern. Dinge wie zum Beispiel

- Materielles (ein Haus, ein Auto oder eine Reise)

- Immaterielles (Gesundheit oder Zufriedenheit)

- Soziales (Aufmerksamkeit und Wertschätzung durch den Ehepartner, bessere Beziehungen zu Freunden oder Kollegen)

- Vielleicht sogar eine komplette Veränderung der Lebenssituation – im Job oder privat.

 

Visualisiere diese Wünsche, werde konkret. Was passiert, wenn diese Wünsche Wirklichkeit werden. Ist das Ergebnis wirklich das, was Du Dir von Herzen wünschst? Was ist Deine wahre Motivation für diesen Wunsch? Wünschst Du es Dir selbst oder ist es eigentlich der Wunsch Deines Umfelds? Prüfe diesen Wunsch ausgiebig. Und wenn es wirklich Dein Herzenswunsch ist, nehme diese Erkenntnis mit.

 

Oft sind wir unzufrieden mit einer Situation, ohne zu wissen warum. Die Klarheit darüber, was wir eigentlich wollen, kann uns helfen, den Antrieb zum aktiven Erreichen unserer Ziele zu erhalten. Denn ohne eigenes Zutun wird uns kaum ein Wunsch erfüllt.

 

Sehr schöne Anregungen zum Thema Wünsche vor dem Hintergrund der Indischen Philosophie gibt es im Buch „Wünsche Dir alles, erwarte nichts und werde reich beschenkt“ von R. Sriram, erschienen im GU-Verlag. Übrigens: Ein tolles Weihnachtsgeschenk!

 

 

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© Christine Zednik

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