Meditations-Retreat im Buddha-Haus

Das Allgäu ist schön. Seine sanften Hügel und die sattgrüne Natur bilden den perfekten Rahmen für Wandern, Wellness - und Meditations! So auch für das Retreat vom 19.-22. April 2018 im Buddha-Haus unweit von Kempten. Ein Wochenende mit Achtsamkeit, Ruhe und Einkehr, scheinbar am Ende der Welt. Obwohl die Aufgabe des Buddha-Hauses die Vermittlung der Lehre des Buddha ist, muss man kein Buddhist sein, um hier ein Seminar zu belegen. Die Veranstaltungen sind offen für alle, niemand wird "bekehrt". Meditation ist schließlich keine religiöse Praxis, sondern besitzt eine wohltuende Wirkung auf Gedanken, Gehirn und Gesundheit. Prädikat also: sehr empfehlenswert!

 

Ein Wochenende Auszeit, endlich! Allerdings eine Auszeit der anderen Art. Denn statt Wellness, Massage und Sauna geht es auf einem Meditations-Retreat vergleichsweise straff zu. In diesem Fall hieß die Routine: Aufstehen um 6:00 Uhr, dann Meditation, Yoga und Frühstück. Danach reihten sich Sitz- und Gehmeditation aneinander, nur unterbrochen von den Essenspausen und kurzen Gesprächen mit Kursleiterin Karen Kold-Wagner. Am Abend gab es noch Vorträge zu verschiedenen Themen des Buddhismus.

 

Was sich auf den ersten Blick vielleicht etwas hart anhört, ist auf den zweiten Blick eine wohltuend gleichförmige Tagesstruktur. Jede Tätigkeit hat ihre Zeit, nichts wird gleichzeitig gemacht, kein Multitasking, kein unnötiges Geplapper. Es wird geschwiegen, um besser "bei sich" bleiben zu können. Handy und Fernsehen sind natürlich tabu, Achtsamkeit ist das große Zauberwort während des gesamten Aufenthaltes. Achtsam essen, achtsam gehen, achtsam arbeiten. Das müssen die meisten Teilnehmer erst einmal wieder lernen, denn im Alltag herrscht die Zerstreuung.

 

Vier Tage sind dafür eine kurze Zeit und wenn man wieder zurück nach Hause fährt, gewöhnt man sich schnell wieder an den alten Rhythmus. Dennoch: die Teilnehmer berichten in der Regel, einen wichtigen Anstoß für mehr Achtsamkeit im Alltag erhalten zu haben. Die Meditationspraxis können viele auch im heimischen Umfeld weiter führen und so nach einiger Zeit des Übens von den vielen positiven Auswirkungen profitieren. Die sind so vielfältig und erstaunlich, dass es dafür einen extra Blog-Artikel braucht. Die Anstrengung lohnt also in jedem Fall.

 

Die regelmäßigen Seminare im Buddha-Haus sind sehr preiswert. Das ist nur möglich, weil die Initiative als gemeinnütziger Verein betrieben wird und zum größten Teil von Spenden lebt. Die Teilnehmer müssen ihren Teil zum Unterhalt dazu tun und durch "selbstlose Hilfe" das Team vor Ort unterstützen. Dabei haben die Gäste die Wahl zwischen Diensten wie Spülen, Putzen oder Gartenarbeit. Wohlgemerkt: nur eine Stunde täglich.

 

Schon im Jahr 1989 ließ die buddhistische Nonne und Meditationsmeisterin Ayya Khema das alte Bauernhaus bei Kempten zum Buddha-Haus umbauen - und damit zum Zentrum des Buddhismus in Bayern. Im Winter 2018 wurde es frisch renoviert und erweitert. Viele neue Gästezimmer wurden geschaffen, durch einen Anbau wurde der Meditationsraum vergrößert, große Fenster lassen reichlich Licht und Luft hinein. Die Gästezimmer sind sehr einfach aber hübsch eingerichtet, mit heimischen Hölzern und weiß getünchten Wänden. Das Essen ist vegetarisch aus Bioanbau, gesund und gleichzeitig sehr lecker.

 

Wer Lust bekommen hat, es einmal auszuprobieren und ein Seminar im Buddha-Haus zu buchen, findet hier die Kursprogramme und weitere Informationen.

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© Christine Zednik

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