Meditation - So gelingt der einstieg

Viele Yogis konzentrieren sich auf den Körper. Man kann sogar sagen, dass asana (die Körperübungen des Yoga) der Einstieg in den Yogaweg für die allermeisten Anfänger ist. Der Körper ist gut wahrnehmbar, man kann leicht damit üben, hat vergleichsweise schnelle „Erfolge“ und sogar unsere körperlichen Wehwehchen gehen oft zurück.

 

Doch viele, die über längere Zeit üben, bemerken eine Veränderung. Sie möchten weiter gehen, tiefer ins Thema einsteigen und die Entwicklung, die eine regelmäßige Yogapraxis fast automatisch mit sich bringt, weiter führen. Jetzt kommen die Themen Pranayama (die Atemübungen des Yoga) und vor allem Meditation ins Spiel. Eigentlich ist beides unabdingbarer Teil einer vollständigen Yoga-Praxis, aber viele Einsteiger glauben, das nicht zu „brauchen“ oder haben zunächst einfach keinen Zugang dazu.

 

Meditation "kann was"

Die positiven Wirkungen einer regelmäßigen Meditationspraxis sind äußerst vielfältig. So werden zum Beispiel Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit geschult. Zudem kann sich Meditation positiv auf Angst und Müdigkeit auswirken. Eines der faszinierendsten neurowissenschaftlichen Forschungsergebnisse aber ist, dass die Visualisierung von Emotionen in der Meditation zum tatsächlichen Empfinden bei den Probanden geführt hat. Soll heißen: Wenn ich beispielsweise auf „Liebende Güte“ (Metta) meditiere, kann ich sie schließlich auch empfinden. Und das nicht nur für meine Familie oder den Partner, sondern für alle Lebewesen. Gleiches gilt für Ruhe, Frieden oder Gleichmut. Wenn das kein Grund ist, es einmal auszuprobieren!  

 

Aller Anfang ist schwer

Man sollte mit einer kurzen Zeitspanne beginnen. Für Anfänger kann es ein guter Einstieg sein, nach der Yogapraxis und einer beruhigenden Atemübung einfach ein paar Minuten ruhig zu sitzen. Auf einem Kissen, in einem bequemen Sitz. Gerne auch auf der Stuhl- oder Bettkante, das spielt keine große Rolle. Hauptsache, die Wirbelsäule bleibt aufgerichtet und der Bauch kann sich frei bewegen. Wenn das gut gelingt, wenn man in der Ruhe bleiben kann ohne „hibbelig“ zu werden, kann man beginnen, den Geist auf ein Objekt auszurichten. Für den Anfang bietet sich die Atembewegung an (das langsame Auf und Ab der Bauchdecke während der Atmung). Alternativ kann man die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte gut spürbare Stelle im oder am Körper richten, zum Beispiel auf das Gesäß (den Druck oder Härte hier wahrnehmen). Achtet darauf, dass der Geist nicht wild umherwandert, sondern holt ihn immer wieder zurück zum Objekt Eurer Meditation. Keine Sorge, wenn das am Anfang quasi ständig passiert. Das ist normal, denn Meditation ist geistige Arbeit und ist nicht zu verwechseln mit Dösen oder Tagträumen. Aber bei regelmäßigem Üben wird es leichter und die positiven Wirkungen können sich einstellen. 

 

Meditations-Retreats

Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, es etwas intensiver auszuprobieren, eignen sich Meditations-Retreats, die auch in Deutschland vielerorts angeboten werden. Besonders empfehlenswert sind die vier- bis neuntägigen Seminare im Buddha-Haus im Allgäu (www.buddha-haus.de). Mein Tipp: Das Programm für 2019 ist im November 2018 erschienen und die Plätze sind schnell vergeben.

 

 

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© Christine Zednik

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