Buchtipps Thema Ayurveda- & Yogatherapie

Ein gutes Fachbuch für Ärzte und Heilpraktiker, aber auch für alle anderen, die tiefer in das Thema Ayurveda-Medizin einsteigen möchten. Ayurvedisches Wissen und schulmedizinischem Know-how werden hier gekonnt vereint. Die renommierten Autoren Shive Narain Gupta und Elmar Stapelfeldt zeigen anhand der häufigsten Krankheitsbilder, wie sie in einer allgemeinärztlichen Praxis täglich vorkommen, dass sich Ayurveda in vielen medizinischen Bereichen gut einsetzen lässt. Entweder als alleinige Therapie oder in Kombination mit schulmedizinischen Behandlungsmethoden.

 

Die Therapiekonzepte beinhalten dabei sowohl die ayurvedischen Phytotherapeutika als auch manuelle Therapien oder Reinigungsverfahren. Es werden Dosierungs- und Zubereitungsanleitungen gegeben sowie ergänzende Maßnahmen aus Yoga und Meditation empfohlen. Ein durchdachtes didaktisches Konzept unterstützt die erfolgreiche Umsetzung im Praxisalltag. Eine gute Übersicht ist durch viele Tabellen und Übersichten gewährt. Zudem enthält das Werk eine Übersetzung der wichtigsten Sanskrit-Begriffe, ein Heilpflanzenverzeichnis sowie eine Übersicht bewährter ayurvedischer Kombinationspräparate.

 

Fazit: Allen Ärzten und Heilpraktikern, die in ihren Praxen Ayurveda-Medizin anbieten, sei dieses Buch als praktisches Nachschlagewerk empfohlen! 

Dieses Buch ist eine echte Überraschung! Es sticht inhaltlich unter den vielen oberflächlichen Yoga-Büchern auf dem Markt hervor, die oft eine Mischung aus yogischer Gymnastik und esoterischen Sprüchen präsentieren. Yogalehrerin Martina Weickel stellt 35 Krankheits- und Beschwerdebilder aus Sicht der Yogatherapie vor. Dabei geht es aber nicht nur um Asana und Pranayama: Zu jeder Krankheit schlägt die Autorin auch Reinigungsübungen (Kriyas) vor, gibt Tipps aus dem Ayurveda und Empfehlungen zu einer gesunden Tagesroutine. Besonders schön finde ich aus ganzheitlicher Sicht die "Impulse zur Veränderung". Denn dass viele Beschwerden nicht nur rein organische Ursachen haben, sondern multifaktorelle Geschehen  darstellen, ist ja inzwischen hinreichend bekannt. Es ist also oft hilfreich, die gesamte Lebenssituation zu reflektieren, um dem Kern des Problems näher zu kommen. Auch dazu gibt Martina Weickel Anregungen. Das Buch stellt Zusammenhänge zur Yoga-Philosophie her, bleibt aber immer konkret, übersichtlich und zielgerichtet auf das jeweilige Gesundheitsproblem.

 

Fazit: Wer schöne Bilder mit hübschen jungen Yogis sucht, ist mit diesem Buch nicht gut beraten (es enthält fast keine Bilder!). Wer aber inhaltlich fundierte Anregung zur ganzheitlichen Yogatherapie sucht, dem sei es unbedingt empfohlen!

Dr. Ronald Steiner zählt zu den bekanntesten Yogalehrern Deutschlands. Er ist Sportmediziner und forscht an der Uniklinik Ulm in den Bereichen Prävention und Rehabilitation. Besonders bei jüngeren, sportlich ambitionierten Yogis ist seine Variante des Ashtanga-Yoga beliebt, vereint sie doch unseren westlichen Wunsch nach Fitness und Schönheit mit einer geistigen Komponente. Sein neuestes Buch zum Thema "Heilen mit Yoga - die besten Übungen für zahlreiche Beschwerden" ist entsprechend des medizinischen Backgrounds des Autors eine Anleitung zur yogischen Physiotherapie. Präsentiert werden die funktionell abgewandelten Asana unter anderem von bekannten Internet-Yoginis. Auf die wichtigen Themen Pranayama (Atem), Reflexion oder Yoga-Philosophie geht Dr. Stiner nur am Rande oder gar nicht ein. Die vorgestellten Übungen sind allerdings sehr wohltuend und hilfreich. Witzig: Der Autor erfindet in diesem Buch fantasievolle Namen für von ihm entwickelte Asana-Varianten, zum Beispiel den fliegenden Delphin, die winkende Kaktee, den Kellner oder den gelangweilten Schimpansen! 

 

 

Fazit: Das Buch bietet ein tolles, modernes und übersichtliches Layout sowie medizinisch sinnvolle Übungen mit genauen Anleitungen. Mir persönlich kommt das Thema Yoga vor lauter Physiotherapie zu kurz. Schließlich ist Yogatherapie eben KEINE Krankengymnastik, bezieht sich nicht nur auf den Körper. Größter Kritikpunkt: Der Atem spielt im Buch quasi gar keine Rolle, ist aber eigentlich die Essenz des Yoga! Dennoch ist "Der Yoga Doc" empfehlenswert für alle, die anhand der sehr guten Übungen zu Hause etwas für den Rücken, die Arme oder Beine tun möchten - ob präventiv oder therapeutisch.

Wir sitzen zuviel, das ist nichts Neues. Dadurch ist bei vielen Menschen der Hüftbeuger, der Psoas verkürzt. Um dem entgegenzuwirken bietet der Titel "Psoas Training für Vielsitzer" aus dem Trias-Verlag interessante Anregungen und Hintergrundinformationen. Wenn es nach einem langen Tag am Computer im unteren Rücken schmerzt oder im Gesäßmuskel kribbelt, kann ein gezieltes Psoas-Training helfen. Das Buch enthält neben einer Einführung in die anatomischen Gegebenheiten viele einfache Übungen, die sich ohne große Vorkenntnisse oder Hilfsmittel zu Hause durchführen lassen. Außerdem sind einige Tests beschrieben, anhand derer man den aktuellen Zustand seiner Lendenmuskulatur überprüfen kann. Nicht alles ist wirklich neu, aber einige gute Anregungen können sicher helfen, dem Psoas im Alltag etwas gutes zu tun. Keine Yogatherapie, aber trotzdem sinnvoll! 

Für die Yogapraxis ist das neue Buch "Kopfsache Gesund" von Dr. Katharina Schmid aus dem edition-Verlag besonders interessant. Schon aus dem Yogasutra wissen wir, dass man "von negativen Gedanken frei wird, indem man sich ihr positives Gegenteil vergegenwärtigt." Umgekehrt schaden wir, wenn wir unseren negativen Gedanken freien Lauf lassen, uns selbst. Das wusste schon der alte Patanjali. Inzwischen hat auch die moderne westliche Medizin verstanden, dass Körper und Geist nicht voneinander zu trennen sind. Alte asiatische Heilkünste wie Ayurveda und Yoga oder auch die chinesische Heiltradition haben die Notwendigkeit, den Menschen ganzheitlich zu betrachten, schon vor Jahrtausenden erkannt.

 

Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass andauerndes Grübeln über Sorgen und Ängste uns nicht nur geistig schadet, sondern auch unser Immunsystem schwächt. Der Umgang mit Stress beeinflusst sogar unsere Gene. Und das sind nur zwei von vielen aktuellen Forschungsergebnissen, die die Wirkung unserer Gedanken auf unsere Gesundheit zeigen. Die Idee von Medizin wandelt sich immer mehr vom passiven "behandelt werden" zum aktiven "selbst tätig werden" des Patienten, Eigeninitiative ist mehr gefragt denn je. Bluthochdruckpatienten, die Chips essend auf der Couch sitzen, können auch mit Medikamenten nicht nachhaltig gesund werden.

 

Dr. Katharina Schmid hat in diesem Buch viele interessante Erkenntnisse und Studien zusammengetragen und kurzweilig aufbereitet. Es ist für alle, die sich ernsthaft mit den heilenden Wirkungen von Yoga befassen, wirklich absolut empfehlenswert. Aber auch für alle anderen, denn Gesundheit betrifft uns schließlich alle. Wissenschaftlich fundiert und auch für Laien verständlich geschrieben zeigt es die fantastischen Zusammenhänge zwischen Geist und Körper auf, die langsam aber sicher in noch jungen Forschungsdisziplinen, wie etwa der Psychoneuroimmunologie, Einzug halten.

 

Klare Leseempfehlung - nicht nur für Yogis!

Yoga for EveryBody – Schmerzfrei und entspannt in Schultern und Nacken

Inge Schöps, Knaur Verlag

 

Das Positive zuerst: Das schön aufgemachte Buch von Inge Schöps beschäftigt sich mit dem Thema Schultern und Nacken. Es enthält viele Bilder, ist leicht zu lesen und übersichtlich gestaltet. Und es sind auch sinnvolle Übungen dabei, die bei Verspannungen und Schmerzen in diesem Bereich hilfreich sein können. Zudem stellt die Autorin kleine „Flows“ vor, also Abfolgen, die man auch im Alltag gut integrieren kann – zum Beispiel in einer kurzen Pause im Büro. Es gibt Empfehlungen für Anfänger und für „Experimentierfreudige“ (sprich: erfahrenere Yogis, denen es sonst langweilig wird).

 

Das Buch nutzt nur die Körperübungen des Yoga. Wie bei so vielen modernen Yoga-Büchern spielen Atem und Geist keine nennenswerte Rolle. Das ist schade, aber nicht der eigentliche Kritikpunkt. Und Aussagen wie „damit tust Du etwas für einen knackigen Po“ gehören natürlich ebenfalls nicht in ein ernstzunehmendes Yoga-Buch, denn bekanntlich ist Yoga ja kein Pilates-Workout.

 

Die eigentliche Kritik setzt an anderer Stelle an: Es ist mir ein Rätsel, wie die Autorin – laut Klappentext eine „sehr erfahrene Yogalehrerin“ – auf die Idee kommt, das Rad oder der Kopfstand seien gute Übungen für ein Buch zum Thema Schulter- und Nackenschmerzen. Mehr noch, einige besonders fragwürdige Übungen sind Teil ihrer sogenannten „Immer-gut-Sequenzen“ bei chronisch verspannter Muskulatur. Dazu kann ich nur sagen: Nachsitzen und bitte nochmal die Anatomie des Körpers durchgehen, bevor man Bücher zu Gesundheitsthemen schreibt! Interessant ist auch, dass bei besonders stark nackenbelastenden Übungen (wie z.B. Kopfstand oder Kaninchen) der Hinweis „No-Go bei Nackenproblemen“ gegeben wird. Der Buchtitel lautet „Schmerzfrei und entspannt in Schultern und Nacken“. Da darf erwartet werden, dass ausschließlich Übungen enthalten sind, die bei Problemen in dieser Region hilfreich und machbar sind – und nicht die No-Gos.

 

Fazit: Das Buch von Inge Schöps ist keinesfalls „for Every Body“ geeignet. Es werden undifferenziert alle möglichen, teils akrobatischen Übungen gezeigt, die in irgendeiner Form Schultern und Nacken betreffen. Einige davon sind, wenn überhaupt, nur für völlig gesunde, junge Menschen empfehlenswert. Schmerzfrei und entspannt wird man mit diesen Übungen eher nicht – im Gegenteil. 

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© Christine Zednik

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